Die Schwerter des Schwerterhauses

erstellt am: 17.02.2012

Am Gebäude mit der Hausnummer 14 auf der Würzburger Straße prangen zwei gekreuzte kursächsische Schwerter, aber die Antwort auf die Frage warum sie dem Gebäude seinen Namen “Schwerter-Haus” verleihen bleibt offen.
Geht man der Sache auf den Grund kommt zu folgendem Ergebnis.

Die Ursprünge des Gebäudes reichen bis in das Jahr 1888 zurück. Aus der Unternehmenschronik geht hervor, dass es zur damaligen Zeit, Unternehmenssitz der von Johannes Engelmann und Oswald Riedel gegründeten “Schwerter-Schokoladen-Fabrik” gewesen ist. Engelmann und Riedel lieferten unter anderem ihre Produkte an das sächsische Königshaus, welches sich auf Grund der hervorragenden Schokoladenqualität veranlasst fühlte, als Auszeichnung dem Unternehmen das Recht zum Führen der Kursächsischen Schwerter zu verleihen.
Schon zur damaligen Zeit verstand man sich Produkte mit markanten und eingängigen Namen zu bewerben, daher verkauften die Beiden fortan ihrem Erzeugnisse unter dem Namen “Schwerter-Schokolade”.

Die nach dem Ableben der beiden Firmengründer eingesetzten Verwalter legten jedoch den Schwerpunkt nicht auf eine positive Bilanz, sondern ihr Handeln war viel mehr auf den persönlichen finanziellen Vorteil ausgerichtet, was zur Schließung des Unternehmens 1935 führte. Die Kaufleute Walter Knaack und Max Hensel erwarben am 01.09.1935 das Unternehmen und veranlassten eine Komplettrenovierung sowie die Neuanschaffung zahlreicher Maschinen. Auf Grund einer zuverlässigen Belegschaft war es dem Unternehmen bereits 1936 wieder möglich “Schwerter” – Produkte auszuliefern. Sechs Jahre später mussten die Eigentümer jedoch die Produktion einstellen. Grund hierfür war zum Einen der Rohstoffmangel an Kakao und zum Anderen die Bekenntnis zur Parteilosigkeit in der nazigeführten Zeit.

Am 13. Februar 1945 zerstörte der Bombenhagel ca. 60 Prozent des Gebäudes und so war erst drei Jahre später, nach teilweisem Wiederaufbau des Gebäudes und unter Rohstoffzuteilung, eine kleine Produktion an Süßwaren wieder möglich.

In den Jahren zwischen 1959 und 1972 wurde das Unternehmen zu einem Betrieb mit Staatsanteilen, bis es im Anschluss durch staatliche Zwangsenteignung restlos seinen Charakter als Privatunternehmen verlor.

Auf Grund von wendebedingtem Auftragsmangel musste die Produktion eingestellt werden. Steffen Knaack wurde im Zuge der Reprivatisierung des Unternehmens nach der Wende das Erbe zugesprochen, somit wurde er neuer Besitzer. Der Nachfahre von Walther Knaack ließ 1990, gemeinsam mit zwei Hamburger Kaufleuten, das Objekt sanieren und zu einem Büro- und Geschäftshaus, dem heute zu sehendem “Schwerter-Haus”, umbauen.

Dresden-Plauen Schwerterhaus

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