Der Plauensche Grund

erstellt am: 05.12.2012

Der Plauensche Grund – eine Landschaft mit einer wechselvollen Geschichte

Steht man auf der Weißeritzbrücke in Altplauen und schaut weißeritzaufwärts, so bietet die Flusslandschaft einen recht traurigen Anblick.

Links erblickt man die Gebäude der ehemaligen Hofmühle, die deutliche Zeichen des Verfalls zeigen, die noch durch den isoliert stehenden Schornstein des ehemaligen Kraftwerkes der Mühle verstärkt werden.

Im Fluss verbreitern Bagger das Flussbett und rechts wird die stark befahrende Straße nach Freital von einer Tankstelle gesäumt. Diese Situation lässt kaum etwas von der Faszination erahnen, die der Plauensche Grund dem Betrachter einstmals bot. Noch in den letzten Jahren der DDR war die Hofmühle eine wichtige Produktionsstätte, in der 60 t Roggen und 120 t Weizen pro Tag vermahlen wurden.

Gehen wir weiter zurück, dann entfaltet sich dem Beschauer auf der Weißeritzbrücke ein anderes Bild. Im Jahre 1900 beispielsweise wurde der Verkehr, der damals hauptsächlich Fuhrwerke, Kutschen und die Straßenbahn umfasste, an der Mühle vorbei geführt, anstelle der heutigen Straße stand damals noch das Gaswerk, das Traugott Gottlieb Bienert für seine Fabriken und für die Gemeinde Plauen errichten ließ.

Das Bild zeigt die Ansicht der Hofmühle um 1896, zu dieser Zeit war das inzwischen abgerissene Heizkraftwerk noch voll in Funktion.
Die Straßenbahnschienen, die 1902 verlegt wurden, sind noch nicht zu sehen. Die Eisenbahn ist noch nicht hochgelegt – dies erfolgte erst 1927 – und kreuzt die Straße. Die Brotfabrik besteht zunächst nur aus dem inzwischen ebenfalls abgerissenen hinteren Gebäude. An der Straße sind noch Gebäude des Heger‘schen Gutes zu sehen, das Bienert schon in den 1850-er Jahren erworben hatte. Diese Gebäude wurden als Lagerhallen, Stallungen und Kutschenhallen genutzt.

Wir bedanken uns beim WIMAD e.V. für die freundliche Genehmigung diesen Beitrag zu veröffentlichen.

Ansicht der Hofmühle 1896

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